Schneiden von Aufnahmen unter Linux:Humax iCord HD
Aus HDTV Wiki
Das Schneiden unter Linux gliedert sich in fünf Teile:
- Holen der Daten per FTP vom iCord
- Umwandeln mit TsRemux (optional)
- Demuxen mit ProjectX
- Remuxen mit mplex
- Optional: Werbung herausschneiden
Das Ergebnis lässt sich dann bequem auf eine DVD brennen. Für Anregungen oder
Verbesserungen zur Anleitung bin ich immer offen. Also, los gehts...
Holen der Daten per FTP vom iCord
Dieser Schritt dürfte der einfachste sein. Nachdem die Netzwerkeinstellungen im Menü (Unterpunkt Netzwerk) vorgenommen sind, merkt man sich die dortige IP und verbindet sich mit einem beliebigen FTP-Client wie gftp (grafisch) oder lftp (Konsole).
Der voreingestellte Name ist "HumaxFTP", das Passwort "0000". Die wichtigen Dateien tragen die Endung .ts.
TsRemux (optional)
Der iCord speichert seine Daten im M2TS-Format (192 Byte), mit diesen kann die Release-Version von ProjectX jedoch nicht umgehen. Wer sich ProjextX also nicht in der CVS-Version besorgen möchte (siehe Punkt 3), benötigt für den Zwischenschritt TsRemux.
Damit das Programm läuft, wird die Mono-Laufzeitumgebung benötigt. Diese erhält man auf Debian- und Ubuntu-Systemen mit der Installation des Pakets mono-jit.
Nach dem Start wählt man Ein- und Ausgabedatei sowie als Format "TS (188 byte packets)". Nach einem Klick auf "Remux" wird die Datei umgewandelt und wir können Sie mit ProjectX weiterverarbeiten.
Demuxen mit ProjectX
Bei ProjectX handelt es sich um ein mächtiges Tool für den Umgang mit DVB-Datenströmen. Wir benutzen es an dieser Stelle zum Demuxen der TS-Datei, das heißt wir zerlegen den Datenstrom in eine Video- und eine Audio-Datei. Dies ist notwendig, da u.a. die Synchronisationsdaten in der ursprünglichen Datei nicht korrekt sind und es ansonsten immer zu asynchronem Ton kommt.
Es gibt zwei Versionen von ProjectX, auf die ich hier eingehen möchte. Das Release 0.90.4.00 vom März 2006 ist auf der Homepage als fertige Datei erhältlich, unterstützt aber nicht das M2TS-Format. Für diese Version ist daher der Zwischenschritt mit TsRemux notwendig (siehe Punkt 2).
Alternativ kann man sich den aktuellen CVS-Code herunterladen. Dieser unterstützt dann auch das M2TS-Format.
Zum Starten wird zudem eine installierte Java-Laufzeitumgebung benötigt, aufgerufen wird es mit "java -jar ProjectX.jar". Über "File/Add.." öffnet man die TS-Datei, das erste Bild sollte korrekt im Hauptfenster erscheinen. An dieser Stelle kann man bei Bedarf schon die Werbeblöcke markieren, damit sie schon bei diesem Schritt verworfen werden.
Nun wählt man auf der linken Seite Process/Prepare und setzt das Häkchen bei "Action/demux". Nach einem Klick auf den grünen Play-Button links oben startet der Prozess. Das Logfenster zeigt am Schluss den Pfad der beiden erzeugten Dateien, normalerweise dasselbe Verzeichnis wie die TS-Datei.
Das ganze funktioniert natürlich auch ohne viel Klickerei auf der Kommandozeile:
Code: java -jar ProjectX.jar -demux datei.ts
Eine ausführlichere Anleitung zu ProjectX findet Ihr auf
Remuxen mit mplex
Nun haben wir den Video- und Audiostrom getrennt, möchten sie aber zum Brennen wieder zu einer MPEG2-Datei zusammenfügen. Hierfür bietet sich das Kommandozeilentool mplex an, welches man für Debian-Systeme beispielsweise auf debian-multimedia.org erhält:
Der Aufruf ist recht simpel:
Code: mplex -f 3 -o ausgabe.mpg video.m2v audio.mp2
Als Ergebnis erhält man eine MPEG2-Datei, die man weiterbearbeiten oder auf DVD brennen kann.
Optional: Werbung herausschneiden
Wer vor der Archivierung noch die Werbeblöcke entfernen will, kann dies entweder beim Demuxen mit ProjectX oder aber nachher mit avidemux erledigen.
@windy: Vielen Dank für die Beschreibung
--Satellit 20:31, 15. Aug. 2009 (UTC)

